„Patenschaften für Flüchtlinge entlasten immens”

Lisa Brüning arbeitet als Jobmentorin für die Caritas. Ihre Aufgabe: Geflüchtete in Arbeit vermitteln. Warum das im Doppelpack (Pate und Flüchtling) oft einfacher ist, erklärt die Sozialarbeiterin im Interview.


Jobmentorin Lisa Brüning | Foto: Martin Herceg
Jobmentorin Lisa Brüning | Foto: Martin Herceg
04. November 2016
|

Frau Brüning, wie gelingt es Ihnen als Jobmentorin Geflüchtete in Arbeit zu integrieren?

Es ist eine große Herausforderung Menschen mit Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt zu integrieren. In erster Linie berate ich Menschen, deren Ausbildungsstandards stark von den hiesigen abweichen. Meist fehlen Belege für schulische und berufliche Ausbildung – sind diese vorhanden, macht einem die schleppende Bürokratie oft einen Strich durch die Rechnung. Andererseits stelle ich vermehrt fest, dass viele Betriebe durchaus bereit sind, das Experiment einzugehen – und Geflüchteten eine Chance zu geben, sich und ihre Fähigkeiten zu präsentieren.

Welche Rolle spielt das Engagement von ehrenamtlich engagierten Paten für Ihre Aufgabe?

Ohne Ehrenamtliche würde aktuell grundsätzlich nichts laufen! In der Regel sind meine Erfahrungen im Bezug auf Jobvermittlung und Begleitung überwiegend positiv. Jedoch kommt es auch immer wieder vor, dass das Engagement aus dem Ruder läuft. Das hat meinst den Hintergrund, dass die Paten sehr stark emotional einbringen und ungeduldig auf behördliche Entscheide reagieren. Unterm Strich bringen die ehrenamtlichen Paten aber ihre persönlichen Netzwerke ein und entwickeln kreative Lösungen, was die Akquise von möglichen Arbeitgebern angeht.

Also findet ein Geflüchteter, der einen Paten hat, einfacher einen Job in Deutschland?

So pauschal kann man das nicht sagen. Das hängt natürlich immer stark den jeweiligen Personen ab. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass Jobpaten mir bei meiner täglichen Arbeit extrem helfen. Ich muss nicht mehr jedes Bewerbungsschreiben persönlich aufsetzen und potenzielle Arbeitgeber recherchieren. Das entlastet meine Beratertätigkeit immens und sorgt im Zweifel auch oft zu erfreulichen Ergebnissen.

Zur Person:

Lisa Brüning (28) ist Sozialpädagogin und arbeitet als Jobmentorin und Migrationsberaterin für den Caritasverband der Dekanate Ahaus und Verden.


Autor: Martin Herceg Foto: Martin Herceg








KOMMENTAR SCHREIBEN



0 KOMMENTARE



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.





Türöffner Logo