Patenschaften sind eine Win-Win-Situation

Die Caritas setzt bundesweit auf ehrenamtliche Patinnen und Paten bei der Begleitung von Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind. Caritas-Präsident Peter Neher erklärt, warum dieses Modell für beide Seiten ein Gewinn ist.


Caritas-Präsident Peter Neher bei der Tafel der Vielfalt | Foto: Bredehorst
Caritas-Präsident Peter Neher bei der Tafel der Vielfalt | Foto: Bredehorst
18. November 2016
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Herr Neher, warum ist es so wichtig, Flüchtlinge in Arbeit zu bekommen?

Eine Ausbildung zu machen oder eine Arbeit zu haben ist eine zentrale Voraussetzung für gelingende Integration. So kann nicht nur der eigene Lebensunterhalt bestritten werden, sondern man erfährt Anerkennung und erlebt sich als Teil einer Gemeinschaft. Dies ist für alle Menschen wichtig; für Flüchtlinge aber ist es von besonderer Bedeutung, um in einem fremden Land heimisch zu werden.

Warum setzt die Caritas dabei auf ehrenamtliche Patinnen und Paten?

Eine Patenschaft zu übernehmen heißt bereit zu sein, eine verlässliche Beziehung zu einem anderen Menschen aufzubauen. Gerade für Schutzsuchende, die meist kein soziales Netz in Deutschland haben, ist es wichtig, einen Menschen zu haben, auf den sie mit all ihren Fragen zugehen können und der sie im deutschen Alltag begleitet. Auch die Paten profitieren von der Begegnung mit den Schutzsuchenden. Beide Seiten können eine Patenschaft als Gewinn und Bereicherung erleben. Die Schutzsuchenden profitieren von den Kontakten und dem Wissen der Paten, die Paten machen durch den interkulturellen Austausch neue Erfahrungen und erleben das eigene Handeln als sehr sinnvoll.

Wieso tun sich die Einrichtungen der Caritas so schwer, selbst Flüchtlinge einzustellen?

Ich denke nicht, dass sich Einrichtungen der Caritas schwerer tun als andere bei diesem Thema. Wir müssen uns mit den gleichen Herausforderungen beschäftigen wie andere Arbeitgeber auch. So sind zum Beispiel im pflegerischen und sozialpädagogischen Bereich ausreichende Sprachkenntnisse und der Nachweis formaler Qualifikationen notwendig. Die Sprache zu lernen und die Anerkennung einer Ausbildung bzw. der Prozess der Qualifizierung benötigen Zeit. In einigen Einrichtungen arbeiten bereits Flüchtlinge, auch wenn wir noch keinen umfassenden Überblick haben. Dass Menschen neben Schutz auch Arbeit finden, wird auch für uns eine der großen Aufgaben in den kommenden Jahren sein.

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Caritas-Patenprogramm:  Menschen stärken Menschen – Integration im Tandem








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